e3 Berlin - Siebengeschosser aus Holz

Bei dem Projekt e3 auf dem Berliner Grundstück Esmarchstraße 3 handelt es sich um die erste 7-geschossige Holzkonstruktion im großstädtischen Zentrumsbereich Europas.
Zwischen einem sorgfältig renovierten Altbau zur rechten und einem im Altbau-Maß ausgeführten Neubau zur linken Seite verleiht e3 im Geist der ästhetischen Veranschaulichung seiner konstruktiven Merkmale diesem Teilstück der Esmarchstraße einen völlig neuen Akzent, indem sie die vorhandene Fassadenstruktur durch ihre offene Bauweise bricht und zugleich einen konstruktiven Dialog mit ihr aufnimmt.
Die Holzkonstruktion charakterisiert sich durch ihr Tragskelett aus Stützen und Riegeln, welche eine größtmögliche Fassadentranzparenz und somit passive Solarenergiegewinne und im Inneren eine völlig freie Grundrissgestaltung ermöglicht. Die Aussteifung des Wohngebäudes erfolgt mittels Windverbänden in den Massivholzaußenwänden. Die Ausführung der Holzbetonverbunddecken mit ihrer „Hochhängung“ an die Riegel bzw. Flachunterzüge, welche von der Brandwand über die beiden Medienschächte zur „Dritten Fassade“ spannen ist ein Novum - auf diese Art konnten erhebliche Konstruktionshöhen gespart und die Sturzhöhen minimiert werden. Um diese Ausführung zu ermöglichen, mussten drei völlig neue Knotenpunkte entwickelt werden.
Das Projekt e3 hat auch aufgrund der Auseinandersetzung mit dem Thema Brandschutz einen europaweiten Modellcharakter. Vor der Novelle der Musterbauordnung im Jahre 2002 war der Holzbau auf maximal drei Geschosse beschränkt. Doch auch gemäß der neuen Berliner Bauordnung dürfen Holzbauten höchstens fünfgeschossig errichtet werden. Es wurden mit den Brandschutzingenieuren Strategien erarbeitet die nachweisen, dass aufgrund einer intelligenten Planung auch der Baustoff Holz unter Beachtung von konstruktiven und anlagentechnischen Maßnahmen ein der Massivbauweise vergleichbares Sicherheitsniveau erreicht.
Das Bauprojekt e3 versteht sich als Prototyp für einen innovativen städteplanerischen und bautechnischen Ansatz, der das Zusammenwirken von architektonischer Attraktivität, maximaler  Umweltschonung und Nachhaltigkeit bei der Verdichtung im urbanen Binnenbereich mit neuen Ideen zum Optimum führen will. Unter interdisziplinärer Anwendung innovativer „state of the art“ - Bautechnik soll so eine neue Bauklasse für den städtischen Innenbereich eingeführt werden.
Ökologisches, energieoptimiertes und Ressourcen schonendes Bauen in der Stadt mit dem Werkstoff Holz: Holz als erneuerbare, stetig nachwachsende Ressource garantiert kurze Transportwege und geringes Eigengewicht, energiearme und CO2 neutrale Verarbeitung, wodurch die Ökobilanz eines Holzgebäudes bei ressourcengerechter Verarbeitung stets positiv ausfällt.
Der Primärenergieaufwand für den kompletten Rohbau des Projektes e3 liegt bei lediglich 30% einer traditionellen Massivkonstruktion. Die Pfosten-Riegelkonstruktion des Gebäudes mit aussteifenden Massivholzwänden wird als tragendes, raumabschließendes, dämmendes und feuchtigkeitsregulierendes Bauelemente verwendet. Die hervorragenden wärmetechnischen Eigenschaften des Baustoffs Holz sorgen im Zusammenspiel mit der Außendämmung für einen garantierten Energiebedarf von weit unter 40 kWh/m².
Ausführungssicherheit und kurze Bauzeiten durch industrielle Vorfertigung der Holzkonstruktion: Die Außenwand- und HBV-Deckenelemente wurden in der Zimmerei unter kontrollierten Bedingungen in einer klimatisierten Halle vorgefertigt. Sowohl bei den Wand-, als auch bei den Deckenelementen gibt es nur einen Stoß in Längsrichtung. Insofern konnte der Rohbau in 8 Wochen regendicht errichtet werden.