Ozonabbaupotenzial (ODP)

In der Ozonschicht (in der Stratosphäre in 15-50 km Höhe) werden O2-Moleküle unter Einwirkung der energiereichen ultravioletten Strahlung in Ozon (O3) umgewandelt. Da die ultraviolette Strahlung durch die Prozesse in der Ozonschicht enorm abgeschwächt wird, erreicht nur noch ein geringer Teil dieser für Menschen und andere Organismen gefährlichen Strahlung die Erdoberfläche. Die Ozonschicht erfüllt damit eine lebenswichtige Filterfunktion.

Stoffe, die aufgrund ihrer Eigenschaften die Struktur und/oder das Funktionieren der stratosphärischen Ozonschicht beeinträchtigen oder zerstören, gelten als Ozonschicht schädigende Stoffe. Dazu zählen u.a. Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) und andere sogenannte Halone.

Das Ozonabbaupotenzial eines die Ozonschicht schädigenden Stoffes ergibt sich aus seinem ODP-Wert (Ozone Depletion Potential). Dieser gibt das Ozonabbaupotenzial relativ zu dem Ozonabbaupotenzial des Stoffes R 11 an; das heißt ODP (R 11) = 1. Mit R 11 wird das FCKW -Kältemittel Trichlorfluormethan bezeichnet. Die im Montrealer Protokoll genannten ODP-Werte sind gerundete Werte und stützen sich auf international verbindliche Berechnungsverfahren.

Relevanz bei Baustoffen

Bei der Herstellung von Baustoffen kommt es bei einer Reihe von Herstellungs- und Verarbeitungsprozessen zu der Emission von Ozonschicht schädigender Stoffe. Eine strikte Reduzierung bzw. die Eliminierung dieser Emissionen muss das Ziel bei der Entwicklung neuer Herstellungsverfahren sein.

Die größten Lenkungsmöglichkeiten für das Ozonabbaupotenzial bestehen in den Phasen der Projektentwicklung und Planung.