Dämmwert

Eine Wärmedämmung mindert den Wärmestrom von der warmen zur kälteren Seite eines Bauteiles. Dazu werden Stoffe mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit (Wärmedämmstoff) als Schicht zwischen Warm- und Kaltzonen eingebracht. Eine sehr gute Wärmedämmung wird mit einem Vakuum erzielt. Auch ruhende Luft dämmt den Wärmefluss sehr gut. Um eine hohe Wärmedämmwirkung zu erzielen, dürfen Wärmedämmstoff(e) nicht durchströmt werden und eine bestimmte Einbaudicke nicht unterschreiten. Um die wesentlichen Eigenschaften von Wärmedämmstoffen zu kennzeichnen, werden vorzugsweise zwei physikalische Maßgrößen verwendet:

  • Die Wärmeleitfähigkeit (λ-Wert) ist eine spezifische Materialeigenschaft
  • Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert – früher: „k-Wert“) hängt von der kompletten Schichtenfolge und den Schichtdicken in Verbindung mit den jeweiligen Wärmeleitfähigkeiten einer Konstruktion ab

Der λ-Wert

Die Wärmeleitfähigkeit λ beschreibt die Fähigkeit eines Baustoffes Wärme zu leiten. λ ist ein Materialkennwert, der für den trockenen Baustoff (Praxiswert) angegeben wird. Es gibt an, welche Wärmemenge pro Sekunde (J/s=W) durch 1 m2 einer ein Meter dicken homogenen Schicht bei einer Temperaturdifferenz von 1 K (=1°C) fließt (Einheit W/m*K, Watt/pro Meter und Kelvin). Je kleiner die Wärmeleitfähigkeit, desto besser die Wärmedämmwirkung eines Baustoffes.

Wärmedämmstoffe mit gleicher oder ähnlicher Wärmeleitfähigkeit werden in einer Wärmeleitfähigkeitsgruppe -  Kurzform WLG - zusammengefasst. Der Aufdruck auf Verpackungen, z. B. WLG 040, weist auf einem Dämmstoff mit der Wärmeleitfähigkeit von 0,040 W/m*K hin. Bei gleicher Schichtdicke ist der Baustoff mit kleinerem λ-Wert vorzuziehen. Da Feuchtigkeit die Wärme gut leitet, ist die Wärmeleitfähigkeit in hohem Maße vom Feuchtegehalt und dem Entfeuchtungsverhalten der Baustoffe abhängig. Die errechneten Werte der Wärmeleitfähigkeit verschiedener Stoffe sind in DIN 4108 zusammengefasst.

Der U-Wert

Bei der Auswahl eines Dämmstoffs oder einer Bauteilkomponenten wie z.B. einem Fenster oder einer Tür, gilt es, auf den Wärmedurchgangswert (U-Wert) des jeweiligen Materials zu achten.
Der U-Wert gibt die Energiemenge an, die durch eine Fläche von 1m2 in einer Sekunde bei einer Temperaturdifferenz zwischen Innen- und Außenraum von 1 Kelvin (K) strömt. Das bedeutet, je geringer der U-Wert, umso größer die Dämmwirkung. Er besitzt die Einheit W/m2* K.

Relavanz bei Baustoffen

Der Wärmedämmwert spielt natürlich nur für Baustoffe, die in der Gebäudehülle verbaut werden eine Rolle. Eine gute Dämmung trägt dazu bei, dass:
•    in der heutigen Zeit bei ständig steigenden Energiepreisen eine effektive und wirtschaftlich wertvolle Einsparung erzielt wird
•    eine angenehme Wohnatmosphäre geschaffen wird, in der möglichst wenig Wärme verloren geht
•    Wärmebrücken vermieden werden (durch gute Decken- und Fensteranschlussdämmung), wodurch Schimmelbildung vorgebeugt wird
•    die Behaglichkeit steigt, da die Wandflächen in den Innenräumen nicht so stark abkühlen