Berichte und Impressionen von der Tagung

Am 14. April fand im Oberstufenzentrum Bauchtechnik I in Berlin-Spandau die Tagung nachhaltiges Bauen und Energiebilanzierung statt. Dort waren Fassadenmodelle ausgestellt, die von Auszubildenden der beiden Berliner Oberstufenzentren Bautechnik I und II (Knobelsdorff-Schule und Martin-Wagner-Schule) im Rahmen der Projektwochen zu grauer Energie hergestellt wurden. Zu Beginn der Tagung wurden sie von den Teilnehmern begutachtet und von einer Fachjury bewertet.

Die ebenfalls anwesenden Azubis beantworteten Fragen zur Bauweise und den genutzten Materialien, die so ausgewählt sein sollten, dass der Gehalt an grauer Energie so minimal wie möglich ist und die Energieeinsparverordnung um 30 % unterschritten wird. Außer Konkurrenz liefen drei ebenfalls ausgestellte Fassadenmodelle, die im Rahmen des europäischen Passivhausprojekts "Being Active Building Passive Houses for Future Europe" von Azubis aus Schweden, Frankreich, Irland und Berlin angefertigt wurden. Die Vorgaben waren von denen des Ausbildungswettbewerbs aber zu verschieden, sodass sie für die spätere Preisvergabe nicht beachtet werden konnten.

Nach der Begrüßung durch Herrn Giesert, Leiter der Knobelsdorff-Schule und Dr. Matthias Teller von SUSTAINUM - Institut für zukunftsfähiges Wirtschaften Berlin gab es ein Eröffnungsstatement von Michael Heide vom ZDB). Es folgten drei Vorträge: Der Architekt Taco Holthuizen sprach über das Thema "Energie-Plus-Fassaden", Christoph Hey von der Universität der Künste Berlin über die Teilnahme am Projekt Solar Decatlon Europe und Michael Abramjuk (Gesellschaft für Architektur und Projektmanagement) über den Neubau vom Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum Barnim. Nach einer kurzen Diskussion folgte ein Beitrag von Prof. Dr.-Ing. Martin Behne (Beuth-Hochschule für Technik Berlin) zur Relevanz der Gesamtenergiebilanzierung, die ebenfalls kurz besprochen wurde.

Nach der Kaffeepause sprach Malte Reimer vom Architekturbüro Kaden und Klingbeil über die Holzbauweise bei mehrgeschossigen Wohngebäuden. Den letzten Vortrag hielt Prof. Ing. Alexander Rudolphi von der Gesellschaft für Ökologische Bautechnik Berlin, wobei es um die Dauerhaftigkeit von Baustoffen und Bauteilen ging.

Danach führte Wolfang Sterzenbach von der Knobelsdorff-Schule kurz vor, warum bei Baustoffen der Brandschutz ein wichtiges Thema ist.

Die abschließende Podiumsdiskussion griff noch einmal Fragen auf, die sich aus den Vorträgen ergeben haben, aber präzisierte auch noch einmal den Handlungs- und Forschungsbedarf im Feld der grauen Energie und Energiebilanzierung sowie die Chancen und Möglichkeiten in diesen Feldern.

Zum Abschluss der Tagung wurden die drei besten der eingangs bewerteten Fassadenmodelle prämiert. Auf Platz 3 kamen Sven Krebs, Maria Quast, Leo Rost, Nick Buchsteiner, Manuel Pfister und Ben Schulz von der Martin-Wagner-Schule. Ihr Modell mit recycelten Zellulosematten überzeugte durch einen sehr guten U-Wert, gute Umsetzbarkeit und die Tatsache, dass es sich um das einzige Modell mit hinterlüfteter Fassade handelte.

Der zweite Platz ging an Katharina Holzhüter, Björn Pappenhagen, Julia Stapelfeld und Marc Jacobi, ebenfalls von der Martin-Wagner-SchuleI. Ihr Fassadenentwurf zeichnete sich durch eine sehr ökologische Bauweise (Schilfdämmplatten und Lehmputz) aus, ist allerdings nicht hochhaustauglich und ziemlich witterungsanfällig.

Das beste Modell des Ausbildungswettbewerbs kam von Julia Hoffmann, Steve Morgenfeld und Tobias Wesselow von der Knobelsdorff-Schule. Die ebenfalls sehr ökologische Bauweise (Hanfmatten und Holzwolleplatten) kann von Handwerksbetrieben sehr gut umgesetzt werden, die Dämmung ist winter- und sommertauglich und es entstehen keine Dämmbrücken durch eine kreuzweise Anbringung des Materials.

Baustoffe und Energiebilanz von Bauwerken

Die Tagung hat sich mit drei Schwerpunktthemen auseinandergesetzt:

  • dem Einfluss von Baustoffen auf die Gesamtenergiebilanz von Gebäuden und hierbei
    insbesondere mit der grauen Energie von Bauwerken
  • nachwachsenden Rohstoffen und Recyclingbaustoffen als Möglichkeit einer Reduktion der
    grauen Energie von Baustoffen
  • und der Dauerhaftigkeit von Baustoffen und Bauteilen als eine weitere
    wesentliche "Stellschraube" zur Verbesserung der Gesamtenergiebilanz von Bauwerken.

Ziele

Im Kontext der Gesamtenergiebilanz wurde die Bedeutung der grauen Energie in Bauwerken erörtert und Handlungsoptionen aufgezeigt .
Die Veranstaltung diente darüber hinaus der Präzsisierung des Forschungsbedarfs, der Sensibilisierung der Baubranche sowie der weiteren Vernetzung der unterschiedlichen Akteure.